Titel: Nichts ist gut. Ohne dich.
Autorin: Lea Coplin - arbeitete 15 Jahre als Journalistin, widmet sich jetzt aber der Schriftstellerei - mit Erfolg! 
Verlag: dtv
Seiten: 352
Genre: Jugendbücher
Taschenbuch: 10,95€
E-Book: 8,99€


Sechs Jahre lang haben sich Jana und Leander nicht gesehen. Als Kinder waren sie unzertrennlich – bis zu diesem einen, verhängnisvollen Abend im August, als Janas Bruder Tim bei einem Autounfall ums Leben kam. Leander fuhr den Wagen. Und verschwand danach aus Janas Leben. Kein Wort haben sie seitdem gewechselt, wissen nichts mehr voneinander. Und jetzt steht er plötzlich vor ihr. Mit seinen hellblauen Augen. Und die Anziehungskraft ist so viel größer als Jana wahrhaben will. Sechs Jahre hat sie versucht, ihn zu hassen. Und nun ist er da, aus einem wirklich guten Grund: Er ist hier, damit sie ihn rettet. Nur weiß er das selbst noch nicht.


Ich werde Jana in Ruhe lassen. Ich werde weder ihr Leid noch einmal hinaufbeschwören, noch werde ich meines auf ihr abwälzen. Sie mag der einzige Mensch auf der Welt sein, mit dem ich mir überhaupt vorstellen kann, etwas so Intimes wie Schmerz zu teilen - warum auch immer das so ist.
- Leander auf S. 65 -

Ich sehe ihn an und frage mich, wie viel Leander in diesem Wesen steckt, das wie eine Hülle auf mich wirkt. Als wären wir beide nur Hüllen unserer ehemaligen Ichs, die versuchen aufeinander zuzugehen, wohl wissend, dass ihnen Rückgrat und Seele fehlen, und Füße, um den ersten Schritt zu tun.
- Jana auf S. 83 -

Ich habe lange genug gelitten, doch nun ist Leander zurück in meinem Leben und ich habe nicht das Gefühl, dass er mir nicht guttut, im Gegenteil. Er wirkt wie Balsam auf meine Wunden, er lindert den Schmerz, er macht, dass ich mich wieder vollständig fühle, ganz.
- Jana auf S. 219 - 

"Ich war der Letzte, der deinen Bruder gesehen hat, da war er schon tot. Ich war der Letzte, der mit meiner Mutter gesprochen hat, der Letzte, der ihre Hand gehalten hat. Ich dachte, es sei schwer, meine Mutter gehen zu lassen, es würde mich fertig machen, mich zerstören. Aber weißt du was? Es ist noch viel schlimmer."
- Leander auf S. 287 -


Das Buch habe ich durch Zufall entdeckt, als ich nach den Werken von Colleen Hoover gesucht habe - und war sofort verliebt in die Story und das schöne Cover. Ich bin immer noch total geflasht von dem Buch, seitdem ich es gestern zu Ende gelesen habe. Ernsthaft. In der Inhaltsangabe klang das Buch eher so ganz typisch für ein leichtes Jugendbuch, aber Lea Coplin hat mich mit diesem Buch mehr berührt als „Das Schicksal ist ein mieser Verräter”, und das will was heißen. Na ja, erst mal von Anfang an: Jana und Leander waren bis vor sechs Jahren Nachbarn - und beste Freunde. Er, vier Jahre älter als sie und der beste Freund ihres großen Bruders, der Jana nicht sehr viel beachtet - und bei einem Autounfall, verursacht durch Leander, ums Leben kommt. Danach bricht der Kontakt zwischen Jana und Leander ab, obwohl es einiges zu klären hätte gegeben. Nach 6 Jahren treffen die beiden sich in München wieder - und bei Jana reißen verdrängte Wunden wieder auf. Obwohl sie beschlossen hat, Lean zu hassen, kann sie sich nicht gegen ihre Gefühle wehren. Und Lean? Der muss mit den unglaublichen Schuldgefühlen leben, und gleichzeitig zusehen, wie seine Mutter vom Krebs zerfressen wird. Alleine dieser Handlungsstrang hat mich aufgrund persönlicher Erfahrungen extrem berührt. Dazu kam noch dieser tolle Schreibstil von Lea - und eine Szene, die fast exakt meinem schönsten, realen Date entspricht. Was soll ich noch mehr sagen? Die Autorin hat es geschafft, mich komplett in die Geschichte eintauchen zu lassen und ihre Charaktere lieben zu lernen. Jana und Leander machen es sich zwar gegenseitig schwer, wie ihr vielleicht aus den Zitaten entnehmen könnt, aber die beiden sind einfach toll zusammen - sie haben mich emotional total gefasst, da das Werk aus beiden Perspektiven geschrieben wird. Die Liebe zwischen den beiden entwickelt sich schleichend und berührt den Leser in jeder Art und Weise. Mal war ich wütend auf einen der beiden, dann traurig wegen Leanders Mutter, geschockt wegen Janas Leichtsinnigkeit oder frustriert wegen der Einstellung von Janas Mutter & ihrer Schwester gegenüber Leander. Es ist nicht bloß ein Buch, sondern auch etwas, aus dem man selbst lernen kann; zum Beispiel wie jeder anders mit Trauer umgeht, dass man immer reden sollte und man gewisse Dinge nicht einfach verschweigen kann. Die Botschaft ist: Lebe. Lebe und genieße das Leben. Weil es schön ist. Weil sterben keine Option ist. Denn wenn man geliebt wird, ist man unsterblich.


Lea Coplin hat mich mit einem berührenden, überraschenden Plot und einem tollen Schreibstil begeistert. Ich habe mit den beiden Protagonisten mitgelitten, gelacht und getrauert. Es ist eine wunderschöne Geschichte mit einer Weisheit: Genieße das Leben - mach das beste draus. Weil es schön ist. Coplin's erstes Werk ist definitiv ein Literarisches Meisterwerk, dass ich euch sehr gerne empfehle - ich kann kaum ihr zweites Buch erwarten. 

Habt ihr es schon gelesen? Wenn nicht, bitte, bitte lest es! Ihr verpasst etwas!

Alles Liebe
Eure Vera