Klappentext

Mariko ist die Tochter eines mächtigen Samurai und kennt ihren Platz im Leben. So klug und erfinderisch sie auch sein mag – über ihre Zukunft entscheiden andere. Als sie erfährt, dass sie den Sohn des Kaisers heiraten soll, nimmt sie ihr Schicksal hin. Doch auf dem Weg zu ihrer Hochzeit entkommt sie nur knapp einem blutigen Überfall – und nutzt ihre Chance, die Freiheit zu kosten: Als Junge verkleidet schmuggelt sie sich unter die Banditen und lernt eine ganz neue Welt kennen. Und sie verliert ihr Herz...ausgerechnet an den Feind.

Meine Meinung

Einleitung

Ich habe vor längerer Zeit mal Zorn und Morgenröte von der Autorin gelesen und war begeistert, da sie ja Allgemein eher orientalische Themen behandelt. Diesmal sind es die Samurai - und dementsprechend gespannt war ich, als ich dieses schöne Buch in der Hand halten konnte! Zum Glück wurde ich auch nicht enttäuscht!

Cover, Haptik, Playlists & Co.

In dem Buch befindet sich weder eine Karte noch eine Playlist, was sich aber mit diesem absolut wunderschönen Cover (diese Farben! 😍) und dem interessanten Glossar mit Kurzerklärungen mehr als ausgleichen lässt. Das Hardcover lässt sich gut anfassen, ebenso wie das Papier, welches wirklich gut riecht! In der Innenklappe des Umschlages ist übrigens noch ein Textauszug zu sehen; ebenso wie im hintern Teil des Buches eine kurze Autorenbiografie.

Kurze Zusammenfassung des Anfanges (Spoiler!)

Mariko befindet sich gerade auf dem Weg zu ihrem zukünftigen Mann, der ihr von ihrem Vater, einem mächtigen Samurai, zugewiesen wurde. Das Recht, nein zu sagen besitzt sie nicht, da im Allgemeinen über sie gemunkelt wird, dass sie viel zu viele Fragen stelle und zu schlau für eine Frau sei. Nun ja, ihr Geleit auf dem Weg dorthin wird von dem Schwarzen Clan abgeschlachtet. Mariko überlebt nur knapp, und begegnet kurz darauf einem alkoholisierten Mann, vor dem sie ebenfalls in knapper Not flieht. In ihr regt sich der Gedanke, dass sie frei ist - aber sie will unbedingt herausfinden, warum der schwarze Clan es auf sie abgesehen hat. Wer sind seine Auftraggeber? Um das herauszufinden, verkleidet sie sich als Junge und wird prompt im schwarzen Clan aufgenommen. Dort lernt sie die Mitglieder besser kennen, im guten sowie im schlechten Sinne - ganz besonders Ōkami, einer der stärksten, aber auch ihr gegenüber misstrauischen Krieger. Doch was ist, wenn jemand entdeckt, dass sie eine Frau ist? Und vor allem: Was ist, wenn jemand entdeckt, dass sie DIE Frau ist, die eigentlich tot sein sollte?
Währenddessen macht sich ihr Bruder Kenshin, ein extrem begabter Fährtenleser, auf die Suche nach ihr. Ist die kurze Zeit in Freiheit abgelaufen?

Das Wichtigste: Schreibstil, Plot & Charaktere


Der Schreibstil von Renée Ahdieh ist wie gewohnt flüssig und sehr bildlich, was man vor allem bei der Beschreibung der japanischen Kultur und der Kämpfe bemerken konnte. Sie hat mit den Samurai in Japan ein einzigartiges Setting gewählt; mit der Erzähler-Perspektive müsste ich mich allerdings erstmal anfreunden, da man quasi in das Buch und die komplett andere Kultur hineingeworfen wurde. Mir der Zeit habe ich mich aber daran gewöhnt. Die amerikanische Autorin erzählt abwechselnd aus der Sicht von Mariko, Kenshin und Ōkami, wodurch der Leser wirklich sowohl in die "gute" als auch in die "böse" Seite Einblicke bekommt. Natürlich fehlt auch eine Prise Romantik nicht :) 

Die Charaktere sind teilweise sehr individuell, aber auch teilweise vorhersehbar - was nicht schlimm ist. Besonders Ōkami hat mir gut gefallen, da man von ihm nicht ganz so viel wie von Mariko erfährt und immer rätseln muss, was er wirklich denkt. Aber dazu gleich mehr...
Mariko ist die Tochter eines hohen Samurais und ist in Reichtum aufgewachsen. Sie erfindet liebend gerne Dinge und ist ziemlich schlau, was ihre Eltern vergeblich versuchen, zu unterdrücken. Ihre Eltern engen sie ein und zwingen sie, den Sohn des Kaisers zu heiraten - wozu es dank eines Überfalls aber nicht kommt...
Kenshin ist der momentan berühmteste Samurai - Anwärter und ein exzellenter Spurensucher. Als er sich auf den Weg macht, um seine Schwester Mariko zu finden, ahnt er gar nicht, dass viele Überraschungen ihn erwarten. 
Ōkami folgt Ren auf Schritt und Tritt. Er ist der Sohn eines ehemaligen Samurais, der für die Ermordung von Rens Vater verantwortlich ist; und besitzt ein unglaubliches Geschick fürs Kämpfen. Außerdem durchschaut er Menschen ziemlich schnell - ganz besonders Mariko, für die er zunehmend mehr empfindet...
Ren ist der Sohn eines ehemals berühmten Samurais, der den Kaiser verraten hat. Er ist ziemlich ungehobelt und möchte Rache für seinen Vater, der sich selbst ermorden musste - trotz der Tatsache, dass er der beste Freund des Kaisers war. 
Yoshi ist der Gandalf der Geschichte. Er ist der Koch, der immer Tipps parat hat und mega sympathisch ist. 
Roku ist der zweitgeborene Sohn des Kaisers. Er ist sehr unsympathisch und manipulativ. 
Raiden ist der erstgeborene Sohn des Kaisers; der, den Mariko heiraten soll. Er ist relativ sympathisch und hat ein gewisses Maß an Verständnis für sein Volk und ein großes Talent fürs kämpfen

Ich fühlte mich in dem Buch wirklich teilweise an einen meiner Lieblingsfilme - und zwar Mulan - erinnert, was der Autorin noch von meiner Seite zusätzliche Pluspunkte gebracht hat. 
Allerdings war es für mich nicht ganz nachvollziehbar, warum Mariko plötzlich ihre Freiheit genießen möchte. Sie hat sich vorher nie beklagt, woher kommt denn der Sinneswandel? 
Was mir sehr gut gefallen hat, waren die politischen Beziehungen zwischen dem Kaiser, dem schwarzen Clan und der Familie des Kaisers. An Intrigen, zwielichtigen Machenschaften und toll beschriebenen Kämpfen mangelt es wirklich nicht. 
Es gab auch wirklich viele Ereignisse, die ich nicht vorher gesehen hatte und die mich dementsprechend überrascht haben - besonders, als man die Absichten des schwarzen Clans kennen lernte, was mich positiv überrascht hat. 
Die Spannung kam wirklich nicht zu kurz. Als Leser hat man die ganze Zeit mit gefiebert, und versucht, irgendwie zu hoffen, dass Mariko überlebt, und vor allem darüber nachgedacht, warum Ōkami so geheimnisvoll ist. 

Das Ende hat mich mit dem Cliffhanger ziemlich unzufrieden hinterlassen. Einerseits weiß man gar nicht, wer jetzt Marikos Ermordung beauftragt hat, andererseits hat man eine Ahnung und will unbedingt wissen, wie es weiter geht - besonders mit Ōkami und Mariko.
Insgesamt muss ich sagen, dass das Buch ein wenig schwächer als "Zorn und Morgenröte" ist, aber vielleicht wird die Reihe ja im zweiten Band noch besser.

 Fazit

Der erste Band der neuen Reihe von Renée Ahdieh ist ein guter Auftakt mit einem wunderschönen, japanischen Setting. An toll beschriebenen Kämpfen und Romantik mangelt es auch nicht; lediglich die Handlungen waren ein bisschen voraussehbar und haben mich an "Mulan" erinnert. Ich bin sehr gespannt, wie es mit diesem Buchschmöker nach dem Cliffhanger weiter geht!


Habt ihr schon einmal ein Buch gelesen, dass ein solches japanisches Setting hat? Ich bin offen für Tipps und Anregungen! 

Zitat

Sie ließ ihre Augen zufallen, gab sich mit wahrer Wollust der Dunkelheit hin. Sie umarmte ihre Ängste. "Sei so schnell wie der Wind. Sei so still wie der Wald. So stark wie das Feuer. Und so unerschütterlich wie ein Berg." Seine Worte erfassten Mariko, als Ōkamis Finger langsam über ihre Augenlider strich und sie mit derselben schwarzen Farbe bedeckte, die sie alle trugen. Seine Berührung war ein Aufflackern vom Hitze auf ihrer Haut. Als er geendet hatte, erhob sich der Wind wieder. Die Bäume rauschten von einer plötzlichen Brise, und die Äste knackten feierlich. Als ob der Wald selbst sie willkommen heißen würde.
- Mariko - 

Fakten

Originaltitel: A Flame in the Mist
Titel: Das Mädchen aus Feuer und Sturm
Autorin: Renée Ahdieh - begeisterte Salsa-Tänzerin, sie kann sich für Currys, Schuhe, das Sammeln von Schuhen und Basketball begeistern
Übersetzerin: Martina M. Oepping
Seiten: 416 
Verlag: ONE
Genre: Fantasy / Young Adult
Gebundene Ausgabe: 18,00€
E-Book: 13,99€